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Kinderwunsch-HypnoBirthing-Wochenbett

Geburtsberichte unserer Hypnobirthing Babys

Meine Lieben Leser und Leserinnen, sie werden sicher Verstehen, das ich die Namen geschwärzt habe. Ich möchte die Privatsphäre der Familien schützen. Danke für Ihr Verständnis. 

Liebe Frau Vomberg,

am 13.08. - exakt am errechneten Termin - kam unser kleiner Sohn mit 3350g und 53cm um 8:45 Uhr zur Welt. Wir sind alle wohlauf und der Kleine entwickelt sich von Anfang an prächtig :-)

Es war eine ganz natürliche Geburt ohne Zugabe von Schmerzmitteln.

 Am Vorabend um 18 Uhr starteten direkt nach dem Blasensprung die Wellen in 3-5 Minuten Abständen. Die Tatsache, dass die Abstände zwischen den Wellen von Beginn an so kurz waren, hatte mich irritiert. Ich hatte immer gedacht, dass sich die Abstände immer im Laufe der Zeit allmählich verkürzen.

Aufgrund zunehmenden blutigen Ausflusses sind wir dann gegen 23:30 Uhr ins Klinikum gefahren, wo sie ein CTG gemacht haben. Sie sagten mir, dass ich noch keine richtigen Wellen hätte, da ich noch reden könnte. Es war deshalb auch die Sprache davon, am kommenden Morgen bis Mittag eventuell die Geburt einleiten zu müssen. Diese Aussage erlebte ich als ziemlich kontraproduktiv und ich versuchte mich nicht dadurch verunsichern zu lassen. Wir sind auf eigene Verantwortung wieder nach Hause gefahren. Dort sollte ich mich laut Hebamme noch einmal hinlegen, um Kraft für die bevorstehenden Wellen zu sammeln. An Hinlegen war für mich allerdings nicht mehr zu denken, die Wellen wurden kontinuierlich stärker.

Es hat mir am besten geholfen, mich permanent zu bewegen oder zu stehen. Mein Mann war ein ganz toller Geburtsbegleiter. Ich denke, unsere „Zusammenarbeit“ hat sehr von Ihrem Kurs profitiert. Er hat mich unterstützt, wo er konnte und mich beim Atmen und Entspannen mit geleitet. Sehr gut tat mir Wärme, mein Mann hat mir Wärmflaschen gemacht, die ich mir auf die Lendenregion legen konnte.

Verunsichert dadurch, wann denn nun die „richtigen“ Wellen da wären, sind wir morgens, nachdem ich vermehrt Blutungen und ein Zittern/Kreislaufprobleme hatte, zurück ins Klinikum. Dort sind wir direkt in den Kreißsaal. Die Hebamme hat sich aufgrund unseres Geburtsplans sehr im Hintergrund gehalten und die meiste Zeit am PC gesessen - zu viel meines Erachtens. Im Nachhinein würde ich den Geburtsplan nicht mehr abgeben, wenn ich schon in der Übergangs-/Geburtsphase ins Krankenhaus komme (wobei mir auch nicht klar war, dass ich mich bereits in dieser befand). Ich habe nachgefragt, ob die Geburtsphase bereits begonnen habe, da ich Pressdrang versprüht habe. Dies war der Fall. Auf meine Bitte hin hat sie überprüft bzw. festgestellt, dass der Muttermund schon vollständig geöffnet war. Letztlich würde ich sagen, haben wir die Geburt so gut wie alleine gemeistert - gemeinsam mit dem kleinen Alexander waren wir ein gutes Team. 

Schön war, dass wir danach im Kreißsaal ganz viel Zeit bekommen haben, bevor wir auf das Stationszimmer gekommen sind.

Liebe Frau Vomberg, vielen Dank noch einmal für Ihren Kurs. Zwar hat bei mir die Wellenatmung auch nicht geklappt, aber die Ruheatmung, die Rolle des Geburtsbegleiters, die Wahrung der Selbstbestimmtheit während der Geburt und das Vertrauen in den eigenen Körper waren Techniken/Themen, die uns bei diesem großen Ereignis sehr unterstützt haben.

Viele Grüße 

Liebe Frau Vomberg,

endlich komme ich dazu, Ihnen von unserer wunderbaren Geburt zu berichten!! Ich könnte Ihnen am liebsten eine ganze Stunde lang davon erzählen =)

 Um es vorwegzunehmen: Der Start und Abschluss der Geburt entsprachen leider nicht unserer Vorstellung. Ich möchte aber behaupten, dass wir das Bestmögliche daraus gemacht haben.

Unsere kleine Anika wollte einfach nicht von alleine kommen. Wir haben gewartet und gewartet. Die Ärzte und Hebammen wussten leider sehr gut, wie die Nervosität der Eltern noch zu steigern war. Schließlich erinnerte ich mich an meine Mutter und Schwester, bei denen die Wehen auch nie von alleine oder nur sehr spät kamen. Wie dem auch sei, wir haben uns am 12. Tag nach Termin zu einem Einleitungsversuch hinreißen lassen. Getan hat sich allerdings nichts, Anika ließ sich überhaupt beeindrucken. Wahrscheinlich sollte es auch so sein, denn an diesem Dienstag war das Krankenhaus Kösching sehr voll. In der vorangegangen Nacht gab es wohl aufgrund eines Gewitters viermal so viele Geburten wie sonst. Die Kreißsäle waren überfüllt, alle Einzelzimmer belegt und generell war die Stimmung sehr unruhig. Nachdem wir die Nacht (auf eigenes Risiko!) zu Hause verbrachten, machten wir am nächsten Morgen den zweiten Einleitungsversuch (wieder mit Gel). Mittags setzten dann endlich die Wehen ein, unglücklicherweise in einem durchgängigen 1,5-Minuten-Rhythmus. Am Nachmittag öffnete sich der Muttermund innerhalb kürzester Zeit vollständig, so dass ich dann am späten Nachmittag selbst realisierte, dass sich mein Kind auf den Weg machte.

Dieser rasche Geburtsverlauf war zwar sehr ermüdend, doch mein Mann war mir während der gesamten Zeit eine sehr große Hilfe. Er gab mir zu trinken, zu essen, machte mit mir Entspannungsübungen, las mir lustige bayerische Geschichten vor und wärmte meine Füße. Immer wieder erinnerte er mich an die richtige Atmung, was mir jedes Mal die Schmerzen erleichterte.

Bei der Hebamme hatten wir Glück: Durch den gemeinsamen Geburtsvorbereitungskurs kannte sie unsere Einstellung. Sie ließ uns abgesehen von den CTG-Kontrollen in Ruhe, schlug keine weiteren Eingriffe vor und ermöglichte uns damit eine sehr angenehme und entspannte Atmosphäre.

Als ich mein Kind schon sehr weit unten im Becken spürte, kam mein Arzt dazu. Ich fühlte mich nach wie vor ruhig und gefasst und hatte keine Eile. Ich atmete rhythmisch mit den Geburtswellen. Er machte sich allerdings große Sorgen um die abfallenden Herztöne unserer Tochter und schlug vor, die Stellung zu wechseln (ich verbrachte bis dahin die Geburt im Stehen). Schließlich bat er mich: „Frau Betz, ich weiß, Sie haben sich anders auf die Geburt vorbereitet und ich weiß, dass Sie nicht pressen wollen. Aber ich bitte Sie inständig, das Kind nun zügig herauszudrücken!“. Als ich immer noch zögerte, wechselten wir auf die Liege (seitlich mit angezogenen Beinen liegend) und als mein Arzt damit „drohte“, das Kind anzuschieben, presste ich Anika in vier Zügen heraus (18:46 Uhr, 3590g, 52cm). Sie hatte die Nabelschnur zweimal um den Hals gewickelt, war aber ansonsten sehr ruhig und entspannt. Verletzt habe ich mich trotz des raschen Endes kaum, eine große Erleichterung für mich! Mit unserer kleinen Anika konnten wir dann etwa zwei Stunden ungestört im Kreissaal bleiben und uns begeistert kennenlernen.

Erst im Nachhinein habe ich verstanden, dass es trotz der ungeplanten Eingriffe doch sehr gut bei uns lief. Das Lob meines Mannes, die Aussage meines Arztes („Frau    , ich muss ehrlich zugeben, dass sie meine Erwartungen mehr als übertroffen haben.“) und die unserer Hebamme („Endlich einmal wieder einer normale Geburt. Ihr habt mir gezeigt, dass es möglich ist Berge zu versetzen, wenn man nur will.“) haben mich schon ein bisschen stolz gemacht.

Liebe Frau Vomberg, ich denke immer wieder gerne an diese Geburt und möchte mich bei Ihnen bedanken, dass Sie uns das ermöglicht haben! Durch die Vorbereitung bei Ihnen hatte ich keine Angst mehr und wir wussten immer, was zu tun war. Ich bin Ihnen unendlich dankbar dafür!

Viele liebe Grüße

Hallo Frau Vomberg,


bei uns gibt es wunderschöne Neuigkeiten: am 28.07. sind mein Mann und ich Eltern des kleinen Simon geworden! Klein und zart ist er, aber gesund!

Die Geburt unseres Simon war ein wunderschönes Ereignis! Nie hätte ich gedacht, dass eine Geburt so etwas Wunderbares, Magisches sein kann. 
Simons Geburt wurde eingeleitet, da festgestellt wurde, dass er nicht mehr richtig wächst; er war zwar noch gut versorgt, aber es war nicht klar, wie lange das so bleiben würde. Daher die Empfehlung der Ärzte, einzuleiten. Ich war davon überhaupt nicht begeistert und hatte große Sorge, die Geburt würde nun so ganz anders ablaufen, als ich mir das im Vorhinein so vorgestellt hatte. Von mehreren Seiten hatte ich gehört, dass eingeleitete Geburten länger dauern und sehr schmerzhafte Wehen ohne echte Pausen produzieren. Andererseits war die Sorge, unser Kind könne tatsächlich irgendwann schlecht versorgt sein, zu groß, um der Einleitung zu widersprechen. Also wurde am 28.07. eingeleitet. 
Glücklicherweise hatte ich ein paar Wochen zuvor im Internet auf einer HypnoBirthing-Seite einen Geburtsbericht einer Frau gelesen, die auch eingeleitet wurde und bei der die Geburt insgesamt ganz anders ablief als geplant, aber dennoch sehr schön war. Ich versuchte, immer daran zu denken und die anderen, angsterzeugenden Geschichten auszublenden. Dadurch, dass es letztlich auch unsere freie Entscheidung war, der Einleitung zuzustimmen, hatte ich zumindest das Gefühl, dass nicht von Anbeginn an alles „unkontrolliert“ verlief, sondern wir das Zepter noch ein wenig in der Hand hatten ;-).
Ich hatte alle Hypnobirthing-Unterlagen mit ins Krankenhaus genommen (wir wussten ja nicht, wie lange der Geburtsbeginn möglicherweise auf sich warten lassen würde) und mein Mann hat mir im KH die geburtseinleitende Ballonfahrt vorgelesen. Ich habe mir vorgestellt, wie ich mit dem Abwerfen der Kiste alle angsterzeugenden Schauergeschichten zum Thema „Einleitung“ abwerfe und mich von negativen Gedanken frei mache. 
Man kann natürlich nicht sagen, was genau diese Visualisierungen bewirkt haben bzw. welchen Einfluss genau die Entspannungsübungen und die Vorbereitungen in den Wochen zuvor auf Geburtsbeginn und Geburt hatten, aber von den ersten wirklich klitzekleinen Wellen bis zur Geburt unseres Simon vergingen gerade einmal 6 Stunden; und in den ersten 3 Stunden bin ich noch durch das Krankenhaus gelaufen, habe mein Zimmer auf der Wöchnerinnen-Station bezogen, den Koffer ausgepackt etc. ;-) Gerade bei den ersten, leichten Wellen habe ich gezielt versucht, die Ruhe- und Wellenatmung durchzuführen, was auch gut gelang. Später, in den letzten 2 Stunden, war mir ein bewusstes Atmen nicht mehr möglich; ich habe einfach versucht, so lange und so tief wie möglich ein- und auszuatmen. Letztlich hat mein Körper sein „Geburtsprogramm“ abgespult, und meine Aufgabe war es, dafür zu sorgen, dass er das kann. Mein Mann war mir dabei eine tolle Hilfe; er hat die Light Touch-Massage gemacht und mir immer wieder etwas zu trinken angeboten. Das hatte er definitiv aus Ihrem Kurs mitgenommen, und das war super, denn mein Mund war immer trocken, aber ums Trinken hätte ich mich nicht kümmern wollen. Obwohl wir niemanden im Kreißsaal vorher kannten, verhielten sich die Hebamme und die Ärztin genau so, wie es für uns perfekt war. Sie haben begleitet und wenn wirklich nötig, etwas gesagt oder interveniert, sich ansonsten aber zurückgehalten (und das, obwohl ich vorab keine Geburts-Wunschliste abgegeben hatte, und am Tag selbst keine Zeit mehr war, so etwas zu besprechen). Die Atmosphäre war ganz ruhig, und trotzdem fühlte ich mich jederzeit sehr gut aufgehoben. Einzig daran, dass die Hebamme zu einem relativ späten Zeitpunkt nochmal aus dem Kreißsaal ging, hat man gemerkt, dass wir nicht die einzigen waren, die sie betreuen musste. Hätte sie uns aber nicht gesagt, dass viel los sei, hätten wir es aufgrund der Ruhe im Kreißsaal-Bereich überhaupt nicht gemerkt.

Enge Freundinnen, die wussten, dass wir den Kurs bei Ihnen gemacht haben, haben mich nun gefragt, ob ich glaube, dass der Kurs etwas gebracht hat/den Geburtsverlauf beeinflusst hat. Na ja - man kann im Nachhinein ja nicht sagen, wie die Geburt verlaufen wäre, wenn wir den Kurs nicht gemacht hätten. Was ich aber definitiv sagen kann, ist, dass meine Zeit vor der Geburt ohne den Kurs nicht so frei von angstbesetzten oder sorgenvollen Gedanken gewesen wäre. Und dass ich gezielt darauf geachtet habe, dass mir keiner „Schauergeschichten“ unterbreitet, das ist auch ein Ergebnis des Kurses. Und ich glaube auch, dass es ganz wesentlich mit dem Kurs zu tun hat, dass mein Mann die Geburt auch entspannt erleben konnte (und v.a. eine „Aufgabe“ hatte). Und dass ich die Geburt als ein ganz wunderbares, magisches und bezauberndes Ereignis erleben konnte, und dass zu keinem Zeitpunkt bei mir Angst oder Panik aufkam, weil ich einfach wusste, der Körper macht das schon, ich muss einfach dabei bleiben und mithelfen, das schreibe ich auch dem Kurs zu. Und: dass die Geburt so schnell verlief und sich der Muttermund so schnell öffnete (nur 1 Stunde vor der eigentlichen Geburt war er noch bei 2-3 cm!), das schreibe ich auch den Visualisierungen und Entspannungsübungen zu.
Also auf die Frage, ob mir der Kurs etwas gebracht hat, kann ich definitiv „JA“ antworten. Er hat dazu beigetragen, mir das schönste Erlebnis meines Lebens zu bescheren :-)

Viele Grüße und vielen Dank für die tolle Vorbereitung im Rahmen des Kurses!

Ach so, und was mir ein Anliegen wäre (falls sich das in Ihren Kurs einbauen lässt bzw. Sie das nicht ohnehin schon sagen und ich es nur vergessen habe): erwähnen Sie, dass eine Einleitung KEIN Grund für tagelanges Warten auf den Geburtsbeginn sein muss und KEIN Grund, HypnoBirthing über Bord zu werfen. Ganz im Gegenteil: vor dem Hintergrund meiner Erfahrung ist es eher eine spannende Herausforderung, GERADE bei einer Einleitung mit Visualisierungen etc. selbst „nachzuhelfen“. Dass ich den Bericht dieser Frau gelesen hatte, die „trotz“ Einleitung eine schöne HypnoBirthing-Geburt hatte, hat mir in meiner Situation nämlich total geholfen und mir Mut und Zuversicht gegeben; und genau das braucht es ja :)

Viele Grüße!


Die Kraft und das Wunder der Natur – ich durfte sie erleben, ein Teil davon sein und mich von ihr leiten lassen.
10. August hier: Geburtsvertrauen mit HypnoBirthing

Unsere ungeplante, unassistierte Geburt von Matteo Karl zu Hause in unserer Badewanne.

Ich bin wieder schwanger. Meine ersten beiden Kinder (3,5 und 2 und 3 Monate) haben wir damals im Krankenhaus bekommen. Für mich schon zwei unbeschreibliche, schöne und faszinierende Erlebnisse. Doch bei beiden Geburten gab es damals Eingriffe, die ich im Nachhinein als störend und unnötig angesehen habe. Schon damals habe ich mich mit Hypnobirthing auf die Geburten vorbereitet. Dieses Mal als ausgebildete Hypnobirthing Kursleiterin und noch intensiverer Auseinandersetzung mit dem Thema Geburt war für mich klar, dass ich nicht mehr ins Krankenhaus gehen werde. Leider fand ich keine Hausgeburtshebamme, weswegen wir uns im Geburtshaus anmeldeten.

Für mich ein Kompromiss, mit dem ich mich angefreundet habe. Gleichzeitig träumte ich ab und an von der Geburt. Mal fand sie im Urlaub im großen Pool statt, mal im Geburtshaus. In meinem Traum im Geburtshaus war ich nach der Geburt traurig, weil es doch keine Hausgeburt geworden ist. Der Wunsch war also unterbewusst stärker als ich dachte.

Und ich glaube im Nachhinein, dass dieser Wunsch bei meinem Kind sehr wohl angekommen ist und dass das der Grund war, warum es so schnell ging (von den ersten Anzeichen von Wehen bis zur Geburt 2,5 Stunden).

Aber zurück zum Ende meiner dritten Schwangerschaft. Es ist unglaublich heiß, mein Bauch extrem groß weil ich mehr Fruchtwasser habe und mein Kind auch nicht wirklich klein ist. Die anderen beiden Kinder kamen 4 und 2,5 Wochen vor dem errechneten Termin zur Welt. Dieses Mal sind wir auch fest davon ausgegangen, dass es wieder so sein wird. Das Warten auf Matteo begann also schon im Juli.

Am 9. August, zwei Tage nach errechnetem Termin habe ich einen Kontrolltermin beim Arzt, alles sieht soweit gut aus. Ich verliere durchsichtigen Schleim und denke an den Schleimpfropf. Schnell verwerfe ich den Gedanken wieder, weil ich in den letzten drei Wochen schon sehr oft gedacht und gehofft habe, dass es losgehen könnte.

Die Kinder werden von meiner Mutter ins Kinderturnen gebracht, so habe ich nochmal etwas Ruhe und entspanne mich. Hin und wieder schau ich mir Geburtsvideos an oder lese von schönen Geburtsberichten. Der Abend verläuft entspannt. Wir essen gemeinsam und gegen neun läuten wir das zu Bett gehen ein. Meine Kinder kuscheln sich beim Einschlafen an mich und sagen mir, dass sie mich lieb haben. Ich bin total erfüllt mit Liebe und Dankbarkeit für den entspannten Tag. Mein Mann schläft mit den Kindern zusammen ein, ich verlasse nochmal das Bett.

Es ist einer der ersten kühleren Abende und ich atme etwas auf. Bei der vorherigen Hitze fiel es mir schwer zu schlafen. Gegen 22 Uhr bemerke ich ein leichtes Ziehen, ich horche wieder hoffnungsvoll auf und bleibe in Bewegung, um das Ganze zu beobachten. Es folgen zwei oder drei weitere Wehen. Ich entschließe mich meinen Mann zu wecken, auch mit dem Hintergedanken, es könne wieder ein Fehlalarm sein. Er fängt an die Zeitabstände zu messen und ich komme auf die Idee in die Badewanne zu gehen, um zu beobachten, wie sich die Wehen im Wasser verhalten.

Die Wehen kommen wie bei meinem ersten Kind nicht regelmäßig, mal haben sie 5-8 Minuten Abstand, mal nur 1-2. Bei meinem ersten Kind hat es dann noch 4-5 Stunden gedauert.

Wir entschließen uns meine Schwester anzurufen, um sie zu bitten bei uns zu schlafen. Wir hatten eh vereinbart, dass sie am nächsten Tag die Kinder in den Kindergarten bringt. Ich sage ihr, dass ich erst noch abwarten würde, ob die Wehen in der Wanne bleiben und sie dann wieder anrufen. Zwanzig Minuten später wird sie wieder angerufen, die Wehen sind geblieben. Gegen elf ist sie da. Ich hab in der Zwischenzeit meinen Mann darum gebeten Vanillekerzen am Badewannenrand aufzustellen, unsere Geburtsplaylist läuft und ich fühle mich sehr wohl. Als meine Schwester da ist bitte ich sie sofort mich am Rücken zu massieren. Ich fühle mich immer wohler. Mir kommen Bilder von der sich öffnenden Blüte und den Wellen in den Kopf und grinse innerlich. Ich habe den ersten Gedanken, dass ich eigentlich gar nicht mehr weg möchte, die Atmosphäre, die Badewanne, alles ist einfach gerade passend und so wohltuend. Mein Mann wird dann doch irgendwann unruhig und bittet mich darum aus der Badewanne zu steigen damit wir uns auf den Weg ins Geburtshaus machen können. Ich entgegne, dass ich es gerade so schön finde und ich nicht denke, dass es so dringlich ist. Irgendwann merke ich seine Unruhe immer mehr, ich entschließe mich also meine Komfortzone zu verlassen. Direkt beim Aufstehen bemerke ich, dass die Wehen doch schon sehr intensiv sind, ich lehne mich an meinen Mann, hänge mich an ihn und veratme die Wehe. In dem Moment kommen bei mir Zweifel auf, überhaupt noch loszufahren, denn der Weg ins Geburtshaus dauert eine halbe Stunde.

Ich komme gar nicht so recht dazu mich anzuziehen, weil ich immer wieder Positionen einnehmen muss, um die Wehen zu veratmen, mal angelehnt an den Tisch, mal liegend auf der Couch. Jedes Mal, wenn ich mich gerade anziehen will verspüre ich das Gefühl auf Toilette zu müssen. Ich setze mich auf Toilette, aber nichts passiert. Das Ganze wiederholt sich drei oder vier Mal, bis ich mich dazu entschließe im Stehen auf Toilette zu gehen. Das funktioniert.

Endlich erleichtert schaffe ich es nun mir was überzuziehen bis ich dann bei der nächsten Wehe schon Druck nach unten spüre. Mein Mann versucht immer wieder aufzubrechen. Gegen Mitternacht ruft er die Hebamme vom Geburtshaus an und sagt, dass wir uns auf den Weg machen. Ich liege auf der Couch, die Wehen immer wieder veratmend und sage irgendwann was ich die ganze Zeit schon bei mir gedacht habe: „ich kann nicht mehr weg. Ich will nicht mehr weg.“ Mein Mann droht schon den Krankenwagen zu rufen, um mich dann ins Krankenhaus zu bringen. Ich werde energischer und sage „ich geh nicht mehr hier weg, auch wenn ein Krankenwagen kommt, das wäre jetzt Folter für mich“. Dabei stehe ich auf und laufe ins Bad. „Lass bitte das Wasser wieder ein.“ Mein Mann merkt, dass es jetzt keinen Sinn mehr macht noch aufzubrechen und lässt Wasser ein. Ab diesem Zeitpunkt habe ich seine volle Unterstützung und sein Vertrauen. Er telefoniert mit der Hebamme und sagt ihr, dass ich mich weigere zu gehen und bittet sie zu uns zu kommen was sie bejaht. Danach ruft er seine Schwester an, die Gynäkologin ist und fragt, was er beachten soll. Ich steige zeitgleich in die Badewanne. Gerade bin ich mit einem Bein und Oberkörper über der Wanne, da springt die Fruchtblase. Mein Mann kommentiert am Telefon. Ich lege mich sofort wieder hin, dieses Mal seitlich, davor habe ich die Positionen noch öfter gewechselt. Nun bin ich wieder in meiner Komfortzone. Ich rufe meine Schwester, die sich dezent im Hintergrund gehalten hat und bitte sie wieder mich zu massieren. Dann merke ich schon, wie sich das Köpfchen am Scheidenausgang befindet. Ich bitte meinen Mann mein Bein zu halten und fühle nach dem Kopf. Mein Mann sagt am Telefon was er sieht und meine Schwägerin rät ihm Dammschutz zu machen. Mein Mann bringt seine Hand an meine Scheide und ich fauche direkt, dass er sie wieder wegnehmen soll. Ich empfinde es als unangenehm und störend. Der Druck bringt mich total aus meinem Fokus, der auf mir und meinem Körper liegt. Nach zwei weiteren Versuchen gibt mein Mann nach und sagt meiner Schwägerin, dass ich ihn nicht lasse und entgegnet ihr „Lea hat schon zwei Kinder bekommen, sie weiß wie das geht.“

Ich bin jetzt wieder ganz bei mir und spüre sehr intensiv, wie sich das Köpfchen langsam und behutsam weiter nach vorne schiebt. Ich bin ähnlich wie bei den anderen Geburten völlig fasziniert, dass alles wie von alleine läuft und ich eigentlich nichts machen muss. Ich habe noch nicht mal das Gefühl von Druck bzw. mitdrücken oder pressen zu müssen. Der Körper arbeitet sich langsam und behutsam Richtung Ausgang, dabei wird meine Scheide auf genauso behutsame Weise mehr und mehr gedehnt. Ich atme im Rhythmus, der mir vorgegeben wird mit, bis die Dehnung ihren ersten Höhepunkt erreicht und der Kopf ganz austritt. Währenddessen denke ich mir: „verrückt, wie behutsam und sanft“, ganz anders als bei den anderen beiden Geburten. Da habe ich die Geburtsphase, in der das Köpfchen austritt viel mehr als Kraftaufwand empfunden.

Nun ist der Kopf draußen. Und auch dieser Moment ist anders als bei den anderen Geburten. Während der Körper bei den zwei vorherigen Geburten relativ zügig dem Köpfchen gefolgt ist und nur so „rausgeflutscht“ kam, ist dieses Mal zwischen dem Austreten von Kopf und Körper ein längerer Zeitabstand. Später verstehe ich auch warum. Der Schulterumfang von Matteo beträgt 47 cm und ist damit nochmal etwas mehr Aufwand. Es gibt nun also diese Pause und ich denke bei mir „jetzt wird der Masterplan ausgeheckt, wie mein Kind am Einfachsten rauskommt.“

Und plötzlich weiß er es, es geht genauso sanft weiter. Ich spüre seine Drehung, eine noch intensivere Dehnung als beim Austreten des Köpfchens und –

ER IST DA!

Mein Mann empfängt ihn und reicht ihn sofort an mich weiter. „Hallo Matteo da bist du ja“ sind meine ersten Worte. Ich bin fassungslos und gleichzeitig überglücklich. Matteo bekommt ein Handtuch über seinen Körper, was wir mit warmen Wasser befeuchten. Kurze Zeit später treffen Sanitäter ein. Meine Schwägerin hat sie gerufen. Sie wollen mich zunächst mitnehmen, aber ich widerspreche sofort. „Warum sollten wir mitkommen? Das Kind ist da, uns geht es prima.“

Die Notärztin, die sichtlich überfordert mit der Situation ist fragt verdutzt, warum wir sie denn dann gerufen hätten. Ich sage ihr, dass wir das gar nicht waren, dass mein Mann in Kontakt mit seiner Schwester war, die Gynäkologin ist und sehr wahrscheinlich den Notruf alarmiert hat.

Leider ist die Nachgeburt noch nicht da und das Eintreffen der Sanitäter hilft auch nicht wirklich dabei abzuschalten. Sie wollen noch abwarten bis die Hebamme da ist und dann wieder gehen. Zum Glück kommt sie dann 10-15 Minuten später. Weil meine Plazenta immer noch nicht geboren ist und ich etwas stärker anfange zu bluten meint die Hebamme, dass sie nun doch gerne abnabeln würde und ich etwas mitdrücken solle. Sie drückt mir auf den Bauch und nach einigen größeren Koageln (geronnenes Blut) kommt die Plazenta mit raus. Die Hebamme sagt, dass die Plazenta sich schon gelöst hatte, nur von dem geronnenen Blut aufgehalten wurde. Ich habe mir im Nachhinein gedacht, dass ich einfach viel zu sehr genervt und wütend auf die Sanitäter war, um weiterhin entspannt zu sein und die Nachgeburt loszulassen.

Nachdem die Geburt vollendet ist steige ich aus der Wanne. Matteo wird gewogen und gemessen. 4350g, 55 cm und 36 cm Kopfumfang. Ich bin trotz großem Kind nur ganz leicht gerissen, ca. 1 cm. Meine Hebamme hatte aufgrund der spontanen Geburt zu Hause nur provisorisch gepackt und kein Nähmaterial dabei. Deswegen entscheide ich mich dafür den Riss so heilen zu lassen.

Irgendwann wird unser mittleres Kind wach und ist vollauf begeistert über das Brüderchen und streichelt es ganz sanft. Mein Mann nimmt die Kleine später wieder mit ins Bett und Matteo und ich bleiben die ganze Nacht bis zum nächsten Morgen auf der Couch. Ich schlafe kaum, weil ich total überwältigt von diesem Erlebnis bin. Gegen halb sieben wird unsere große Tochter wach und kommt genauso strahlend wie ihre kleine Schwester zu uns zum Kuscheln. Ich denke mir „besser kann es doch gar nicht laufen“ und bin völlig dankbar.